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  Veröffentlicht am 16.04 2012 von Die Online Redaktion 0 Kommentare  
© fabianammer - Fotolia.com

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Das das Wort Dirndl nicht nur eine einzige Bedeutung hat, ist den meisten Menschen heute sicher geläufig. Neben seiner Bedeutung als Trachtenkleidung oder auch als Bezeichnung für junges Mädchen, gibt es aber noch eine weitere Bedeutung, welche wohl hauptsächlich in Österreich genutzt wird. Hier wird nämlich eine kleine rote Kirsche als “Dirndl” bezeichnet.
Wer sich in der Zeit des Vorfrühlings in das obere Pielachtal im niederöstereichischen Mostviertel begibt, der wird die großen Sträucher mit den gelben Blüten nicht übersehen können. Im August und September sind die kleinen roten Kirschen dann zur Ernte bereit. Dazu werden ähnlich wie bei der Olivenernte Netze unter die Bäume gelegt. Die Früchte werden dann von den Bäumen gerüttelt. Nach der Ernte wird am 29/30 September in Frankenfels der Dirndl-Kirtag gefeiert. Der Name Dirndl für dieses Obstgewächs ist aber nicht der einzige. Neben dem Hochdeutschen „Kornelkirsche“ und „Dirndl“ im Volksmund, wird es von Botanikern „Cornus mas“ oder auch „Gelber Hartriegel“ genannt.
Die Kornellkirsche ist aber keineswegs irgendeine Obstsorte, die dort eben einfach wächst, sondern sie kann durchaus als identitätsstiftend angesehen werden. Seitdem 1994 die Kornelkirsche nach langer Zeit wieder geehrt und angebaut wurde, nennt man das Pielachtal auch Dirndltal. Schon zu früheren Zeiten wurde die Frucht zu Saft, Schnaps und Marmelade verarbeitet, aber mit der Technisierung waren die Dirndln den Traktoren im Weg. Zum Glück besann man sich jedoch später wieder auf seine botanische Spezialität.
Auch wenn dieses Dirndl mit den Wortbedeutungen der anderen Dirndl nicht unbedingt viel gemein hat, denn hier steckt die slawische Wurzel „dernu“ drin, was so viel wie „hart“ heißt, so gibt es doch zumindest eine klitzekleine Verbindung zur Trachtenkleidung. Das Holz der Dirndl galt schon früher als eines der härtesten und dichtesten Holze der heimischen Gewächse. Es wurde in erster Linie für den Waffenbau genutzt. Heute aber beschränkt sich die Nutzung des Holzes hauptsächlich auf die Herstellung von Köpfen für Trachtenanzüge.

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